Eine gezielte Strategie

Ohrel. Ein komplexes Thema: Historiker Dr. Henning Müller informierte Mitglieder und Gäste des Heimatbunds Bremervörde-Zeven am letzten Maisonntag über den Aufstieg rechter Gruppierungen und des Nationalsozialismus im Elbe-Weser-Dreieck während der Weimarer Republik.

„Die Welfenpartei verliert (in dieser Zeit) die Wählerschaft fast komplett an die NSDAP“, so Müller, stellvertretender Leiter des Kreisarchivs, der nach jahrelanger akribischer Quellenarbeit seine Ergebnisse zusammentrug. Entstanden ist dabei seine Promotion, die als Buch verkauft wird.

„Die NSDAP machte sich die vorhandenen Ängste und Sorgen der ländlichen Bevölkerung zunutze.“ Auch wenn es anfangs kein agrarpolitisches Programm gab, gelang es der Partei, mit Versprechungen zu einer wirtschaftlich besseren Zukunft auch die ländliche Bevölkerung zu überzeugen. Strategisch wurden einzelne Orte im Elbe-Weser-Dreieck gewählt, in denen Ortsgruppen gegründet werden sollten. Danach verbreitete sich die Partei strahlenmäßig in die Fläche.

Nach einem informativen Nachmittag, der viele Zuhörer nachdenklich machte, wies die 1. Vorsitzende Hella Dohrmann auf die nächste Veranstaltung des Heimatbunds hin: Am 28. Juni berichtet sie, wie es drei Hatzter Brüder im 19. Jahrhundert in die weite Welt zog.